Pädagogische Tips
0.3 Pädagogische Tips Stand: 1/2011 
THEMA:

0.3 Pädagogische Tips

  VON DER PSYCHOLOGIE ZUM AUSBILDUNGSPLAN
Leben ist Lernen. Lernen ist eine relativ dauerhafte Änderung des Verhaltens aufgrund von Erfahrungen. D.h.: Lernen betrifft nicht nur den Kopf, das Wissen, sondern auch Gefühle, Einstellungen, Handlungen, Fertigkeiten, ... Lernen ist nicht der Nürnberger Trichter, sondern hat mit Methode, Gespräch, Wiederholung, Üben, praktischem Tun, Erfahrung sammeln, ... zu tun.
Kurz: Nur die Ausbildung lebt, die den ganzen Menschen anspricht. Dazu ist es sinnvoll, einige wichtige psychologische Kenntnisse über das Lehren und Lernen zu kennen:
Lernen betrifft den ganzen Menschen.

 

EIN WENIG LERNPSYCHOLOGIE

Wir lernen über unsere Sinne ...

 
... zu 80% über die Augen,
... zu 15% über das Ohr,
... zu 5% über andere Sinnesorgane (Nase, Hände, ...).

Das heißt: Wir nehmen den Großteil aller Information über das Auge auf!

Praxis: Für die Schulung bedeutet das: Erkläre oft und viel mit Skizzen, Bildern, Folien, Farben, schreibe auf Tafel, Flip-Charts, ...
 

Der Mensch lernt
vor allem visuell!
Wir merken uns ...
  ... ca. 10% wenn wir etwas lesen,
... ca. 30% wenn wir etwas sehen,
... ca. 50% wenn wir etwas sehen und zugleich hören,
... ca. 90% wenn wir etwas selber tun.
Niemand merkt sich alles.
Das heißt: Je mehr Sinne wir beim Lernen aktivieren, umso besser der Erfolg! Das gilt besonders für den Erwachsenen und den, der schon längere Zeit nichts mehr "gelernt" hat.

Praxis: Die praktische Ausbildung ist besonders wichtig. Im theoretischen Unterricht hilft oft ein Gespräch mit Beispielen aus der Praxis (Übungen, Einsätze, ...) und wie erwähnt: Skizzen, Bilder, Folien, ...

Je aktiver der Unterricht, desto besser der Lernerfolg!
Nütze die 20er-Regel für den Unterricht

DIE 20er-REGEL
Wir unterscheiden drei Stufen des Gedächtnisses:
  Das Ultrakurzzeitgedächtnis ..... ca. 20 Sekunden
Das Kurzzeitgedächtnis ............ ca. 20 Minuten
Das Langzeitgedächtnis ............ ca. 20 Jahre (Halbwertszeit)

Das heißt: Der Lernstoff verweilt nur eine bestimmte Zeit in einer bestimmten Stufe unseres Gedächtnisses. Und Achtung: Er kommt nur dann in die nächste Stufe und zuletzt ins Langzeitgedächtnis, wenn er persönlich als interessant, wichtig, eindrucksvoll ... erlebt wird. Nur dann wird er von einer Stufe zur nächsten nicht vergessen, sondern gemerkt.

Praxis:
Unterrichte im Rhythmus der Gedächtnisstufen:
  • Vorträge sollen nur ca. 20 Minuten dauern.
  • Vermeide den Frontalunterricht: Schalte öfters Fragen, ein Gespräch, eine Gruppenarbeit dazwischen ..., kurz: wechsle die Methoden.
  • Mach öfters Pausen: Günstig nach ca. eineinhalb Stunden Dauer etwa 20 Minuten.
  • Gliedere immer wieder.
  • Wiederhole immer wieder, zwischendurch, am Ende oder auch zu Beginn das Wichtigste.

  • Meide den
    Frontalunterricht!

    LERNPSYCHOLOGISCHE GRUNDSÄTZE

    1. Aktiviere die Teilnehmer, wo immer es geht: Fragen, Gespräch, eigene Erfahrung, praktisches Tun, ...
    2. Gliedere und wiederhole zwischendurch immer wieder!
    3. Sprich immer mehrere Sinne an: Verwende Medien, Skizzen, Bilder, Farben, Modelle, Geräte, ...

    DIE 3 GRUNDSÄTZE:

    1. Aktiviere
    2. Gliedere
    3. Sprich den ganzen Menschen an

    PLANE UND GLIEDERE DEN STOFF

    PLANEN
    UND GLIEDERN
    Jeder Ausbilder hält sein Thema für besonders wichtig und will daher oft viel zu viele Details vermitteln: Daher jammern alle über Zeitnot!

    Gehe in vier Schritten vor:

    1. Formuliere das Ziel Deiner Ausbildung:
       Was müssen die Teilnehmer wissen und können?
    2. Notiere jetzt dazu den gesamten Stoff in Stichworten.
    3. Überlege, was davon in Bezug auf das Ziel unbedingt nötig ist: Was sind Kerninformationen, was Details, ...

    Plane den Stoff,
    indem Du zuerst
    Dein Ziel formulierst.
    Weniger ist mehr!

    1. Gliedere erst den Stoff jetzt in Haupt- und Unterabschnitte nach folgenden pädagogischen Überlegungen:
      • Vom Einfachen zum Komplizierten
      • Vom Bekannten zum Neuen
      • Von der Theorie zur Praxis
      • Von der Erfahrung zu allgemeinen Grundsätzen
      In diesem Handbuch wurden diese Grundsätze bereits berücksichtigt.

    Checkliste: "Stoff kürzen"

    Kürze den Stoff
    jetzt nach dieser
    Checkliste.

    Vorwissen und Interesse der Teilnehmer: eher praktisch/theoretisch?
    Gruppengröße?
    Welche Inhalte brauchen mehr Zeit:
    Weil sie besonders wichtig sind, besonders abstrakt oder komplex?
    Welche Inhalte brauchen weniger Zeit:
    Weil sie leicht oder rasch gelernt werden?
    Wo ist Praxis nötig: Umgang mit Geräten, Übung, ... ?
    Der Rahmen: Tageszeit, Räume, Medien, Hilfsmittel, ...

     

    METHODEN DER AUSBILDUNG

    Die Ausbildung in Theorie und Praxis folgt psychologischen Erkenntnissen und pädagogischen Methoden. Das Wichtigste kann in fünf didaktischen Grundsätzen zusammengefasst werden:
     
    Die fünf didaktischen Grundsätze
     
    FRAGE DICH:
    1. DIE AUSBILDUNG SOLL ANSCHAULICH SEIN.
    • Anschaulich unterrichten heißt mit Medien unterrichten:
      Folien, Videos, Zeitungsausschnitte, Geräte, Tafeln, ...
    • Anschaulich unterrichten heißt auch viele Beispiele, Erfahrungen und Berichte aus Deiner Praxis, aus Übungen und Einsätzen zum Besten geben.
    Bilde ich anschaulich aus?
    2. DIE TEILNEHMER SOLLEN MITARBEITEN KÖNNEN.
    • Das heißt: Trage nicht alles frontal vor, sondern suche das Gespräch.
    • Lass die Kameraden selber sprechen, verschiedenen Handgriffe probieren, versuchen, ...
    aktivierend?
    3. SEI SELBSTKRITISCH:
       IST MEINE AUSBILDUNG ZEITGEMÄSS?
    • Zeige und spreche ich von Geräten und Einsätzen?
    • Gebe ich wirklich den letzten Wissensstand der Feuerwehr weiter?
    • Gehe ich weg vom Frontalunterricht und unterrichte ich mit Medien und Diskussion?
    zeitgemäß?
    4. SEI SELBSTKRITISCH:
       IST MEINE AUSBILDUNG WIRKLICHKEITSNAHE?
    • Gebe ich die Lage vor?
    • Wähle ich die Objekte so real wie möglich aus?
    wirklichkeitsnah?
    5. SICHERE IN THEORIE UND PRAXIS
       IMMER DEN LERNSTOFF:
    • Gliedere zu Beginn.
    • Wiederhole und frage immer wieder auch zwischendurch.
    • Übungsbesprechung und Zusammenfassung am Schluss.
    • Führe die Erfolgskontrolle (vgl. Grüne Seiten) mündlich oder schriftlich als Frage- und Antwortspiel durch.
    Stoff sichernd?

    diverse Tips
    Tips zum Medieneinsatz
    Theoretische Ausbildung
    Die praktische Einzelausbildung
    Die Erfolgskontrolle